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Das Obere Schloss

Auf dem 307 m hohen Siegberg thront das Obere Schloss. Wie lange es schon dort steht, ist ungewiss. Schriftstücke aus dem Mittelalter lassen vermuten, dass hier bereits um das Jahr 1200 eine Burg stand, die schließlich 1259 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird.

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Regiert wurde Siegen damals von den Grafen zu Nassau und dem Bischof von Köln. Sie teilten sich zwei Pforten, Hauptturm und Innenhof mit Brunnen, der bis heute erhalten ist. Ältester Teil der Anlage ist das wohl aus dem 13. Jh. stammende dreigeschossige Bischofshaus, das sich zur Sieg hin orientierte. Die gräflich genutzten Gebäude zur Weiß hin wurden „Grafenhaus“ genannt. Sie wurden nach ihrer Zerstörung im 18. Jh. als zweigeschossiger Fachwerkbau wieder errichtet. Im Verbindungsteil der beiden Häuser stand der Überlieferung nach die Kapelle.

Reformation & Erbstreitigkeiten

Als Johann VII. der Mittlere (1561–1621) nach Siegen kommt, um sein Erbe anzutreten, ist die Stadt bereits protestantisch geprägt. Auch er ist überzeugter Calvinist. Sein Sohn, Johann VIII. der Jüngere, konvertiert hinter dem Rücken seines Vaters zum katholischen Glauben – ein heftiger Erbstreit beginnt. Johann der Mittlere teilt sein Erbe daraufhin unter seinen drei Söhnen auf, gibt Johann dem Jüngeren das Obere Schloss, verlangt aber gleichzeitig, dass die Stadt Siegen mit all ihren Einkünften im gemeinsamen Besitz aller bleiben soll. Nach dem Tod des Vaters beginnt Johann VIII., das Stadtgebiet zu rekatholisieren. Seine Pläne werden 1632 von seinem Halbbruder Johann Moritz durchkreuzt. Er besetzt mithilfe von Truppen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf Siegen und setzt schließlich die vom Vater gewünschte Dreiteilung Nassau-Siegens durch. Fortan diente das Obere Schloss als Sitz der katholischen Linie und das ehemalige Franziskanerkloster auf dem Gelände des heutigen Unteren Schlosses als Sitz der Protestanten.

Das Obere Schloss als lebendiger Ort der Geschichte

Ein ganzes Schloss für nur 30.400 Mark? Diese Kaufgelegenheit bot sich der Stadt Siegen 1888. Seitdem war die Schlossanlage zuhause oder Arbeitsstätte für viele Siegener. Hier arbeiteten Beamte, hier traf sich die Siegener Freimaurerloge und hier wohnten die Kinder des Waisenhauses Anna-Helenen-Stift. Seit 1905 ist im Oberen Schloss das Siegerlandmuseum untergebracht – erst nur in ein paar Räumen, heute im gesamten Gebäude. Endlich sind die Festungsanlage und der malerische Schlossgarten auch für die Stadtbewohner zugänglich.  

Alle Infos zum Siegerlandmuseum im Oberen Schloss gibt’s hier: siegerlandmuseum.de