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Siegen-Mitte – so kommt die Uni in die Stadt
Bislang liegt der Hauptcampus der Uni Siegen auf einem 500 m hohen Hügel im Stadtteil Weidenau. Die einen nennen ihn „Bildungshügel“, die anderen „Elfenbeinturm“. Keine Frage – die Umgebung ist grün und die Terrasse der Mensa bietet einen tollen Ausblick. Dennoch gab es lange einen Wermutstropfen: Die Innenstadt Siegens mit ihren Cafés, Geschäften und den zwei Schlössern war nur in der Ferne zu erahnen. Einen Teil der Uni dauerhaft in die City zu holen, ist mit dem Campus Unteres Schloss bereits geglückt. Nun folgen die nächsten großen Schritte.








Drei Standorte – eine Einheit
In fußläufiger Nähe zum Campus am Unteren Schloss entstehen in den kommenden Jahren der Campus Nord (Bereich Friedrichstraße) und der Campus Süd (am Löhrtor). Nachdem die Rahmenplanungen abgeschlossen sind, ist der Baubeginn für die Hauptphase 2026 geplant. Die Standorte werden durch die Siegerentwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs eng mit dem Unteren Schloss verknüpft: Einerseits durch eine breite Treppenanlage am ehemaligen Hettlage-Kaufhaus zum Platz am Dicken Turm, andererseits durch einen modernen Aufzug in die Oberstadt. Dieser öffentliche Aufzug wird in eine Gebäudefuge nahe der alten Textilfabrik integriert und lässt mit dem mühelosen Aufstieg einen langgehegten Siegener Traum wahr werden.
Moderne Mensa und historisches Erbe
Ein Meilenstein ist bereits Alltag: Die Mensa am Unteren Schloss. Den Planern ist es gelungen, die jahrhundertealte Stadtmauer als historischen Hingucker direkt in den Neubau einzubinden. Sie bildet heute teilweise die Innenwand der Cafeteria und schafft einen faszinierenden Kontrast aus Glas und altem Bruchstein. In der Mensa können täglich bis zu 2.700 Essen serviert werden – ein lebendiger Treffpunkt mitten in der Stadt.
Hörsäle im Kaufhaus: Ein Pionierprojekt
In der obersten Etage des ehemaligen Karstadt-Gebäudes wird bereits seit einigen Jahren intensiv gebüffelt. Das dort entstandene Hörsaalzentrum bietet Platz für bis zu 1.350 Studierende gleichzeitig. Der große „Friedrich-Schadeberg-Hörsaal“ (benannt nach dem 2018 verstorbenen Unternehmer und Ehrendoktor der Uni) sowie moderne Seminarräume zeigen, wie Leerstand in der City sinnvoll transformiert werden kann.
Grüne Oase an der Weiß
Am Campus Süd wird Natur wieder erlebbar. Die Weiß, Siegens zweiter großer Fluss, hat im Bereich zwischen Oranienstraße und Häutebachweg ihr natürliches Flussbett zurückerhalten. Die Renaturierung wurde im Frühjahr 2026 abgeschlossen. Mit neuen Uferwegen, viel Grün und dem Erhalt der wunderschönen alten Kirschbäume ist hier eine grüne Oase entstanden, die das Stadtklima verbessert und die Aufenthaltsqualität massiv steigert. Auf dem Gelände des jetzigen Hallenbads Löhrtor ist nach dessen (noch ausstehendem) Abriss der Bau eines modernen Fakultätsgebäudes geplant, das sich architektonisch zum neuen Grünzug an der Weiß hin öffnet.
Alle Infos zum Projekt „Siegen. Wissen verbindet“ gibt’s hier: siegen-wissen-verbindet.de