
Oranierroute Siegen – auf den Spuren des Hauses Nassau-Oranien
Siegen ist die Wiege des Hauses Nassau-Oranien und eng mit der europäischen Geschichte verbunden. Rupert, Graf von Nassau, gilt als frühester Ahnherr dieses Adelsgeschlechts. Über mehrere Generationen weitete die Familie ihren Besitz auf Gebiete im Taunus und Westerwald aus. Im Jahr 1255 teilten die Grafenbrüder Otto I. und Walram II. das Land, wobei die Lahn als Grenzlinie diente: Siegen, Dillenburg und Haiger fielen an die ottonische Linie, Limburg, Weilburg und Wiesbaden an die walramische Linie. Durch geschickte Erbschaften und Heiraten erweiterten die Nassauer ihren Einfluss auf Gebiete in den Niederlanden, Luxemburg und Frankreich. Aus der ottonischen Linie mit Stammsitz in Siegen gingen zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervor. Bis heute regiert das Haus Oranien-Nassau in den Niederlanden als direkte Nachfolge dieser Linie, wodurch die Verbindung zwischen Siegen und der europäischen Geschichte bis in die Gegenwart reicht.
Ausgangspunkt der Oranierroute – die im Niederländischen „Oranjeroute“ genannt wird - ist das Obere Schloss (siehe oben), um 1200 als mittelalterliche Höhenburg erbaut. Nach wechselvoller Geschichte wurde es Residenz der Grafen und Fürsten von Nassau-Siegen. Heute beherbergt es das Siegerlandmuseum mit einer bedeutenden Porträtsammlung des Hauses Nassau-Oranien sowie zehn Originalgemälden von Peter Paul Rubens, der 1577 in Siegen geboren wurde.
Eine der zentralen Persönlichkeiten der Oraniergeschichte ist Wilhelm I. von Oranien (1533–1584), genannt „der Schweiger“. Als Sohn Wilhelms des Reichen führte er den niederländischen Freiheitskampf gegen die spanische Herrschaft an und gilt bis heute als „Vater des Vaterlandes“ der Niederlande. Seine familiären Wurzeln liegen in der nassauischen Linie mit Stammsitz in Siegen. Ebenfalls bedeutend ist Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679), bekannt als „der Brasilianer“. Als Generalgouverneur der niederländischen Besitzungen in Brasilien förderte er Wissenschaft, Kultur und Stadtentwicklung und ließ – zurück in Siegen – die Fürstengruft im Unteren Schloss errichten, die noch heute an die Dynastie erinnert.
Die Route führt außerdem zu bedeutenden Sakral- und Stadtbauten:
- Nikolaikirche – sechseckiger Grundriss (Hallenhexagon), „Goldenes Krönchen“ auf der Turmspitze, eines der Wahrzeichen der Stadt
- Jesuitenkirche Maria Himmelfahrt – barock, Zeugnis der konfessionellen Geschichte Siegens
- Martinikirche – älteste Pfarrkirche der Stadt mit mittelalterlichen Ursprüngen
- Unteres Schloss – ehemals Residenz der protestantischen Linie Nassau-Siegen, heute Teil der Universität Siegen
- Historisches Rathaus – Symbol der städtischen Entwicklung seit dem Mittelalter
Ein weiterer besonderer Ort im Zusammenhang mit dem niederländischen Freiheitskampf ist die Ginsburg bei Hilchenbach. Hier versammelte Wilhelm von Oranien 1568 seine Truppen und plante seinen Feldzug gegen die spanische Herrschaft. Die Ginsburg gilt damit als symbolischer Ausgangspunkt des niederländischen Unabhängigkeitskampfes und verbindet die Region Siegerland unmittelbar mit einem entscheidenden Kapitel europäischer Geschichte.
Heute ist die Ginsburg nicht nur ein historischer Erinnerungsort, sondern auch ein lebendiges Ausflugsziel: Ein Café lädt zum Verweilen ein, regelmäßig finden Veranstaltungen statt, und das Gelände ist ein beliebtes Ziel für Jung und Alt, für Wanderer, Familien und Aktive gleichermaßen.
https://www.ginsburgcafe.de/
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Alle Details und Termine finden Sie hier:
https://visitsiegen.de/tourismus/fuehrungen-touren
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