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Best Practice für die Innenstadt: Wie „Herr & Frau Mini “ das Late-Night-Shopping zum Erlebnis macht
Wie wird eine Abendaktion im Laden zum echten Gewinn für die Kundenbindung? Ein Blick in die Siegener Oberstadt zeigt, wie es geht: Ende Mai lud Tatjana Helm vom Kinder- und Familienladen „Herr & Frau Mini“ zu einer exklusiven Auszeit ein. Ihr Erfolgsgeheimnis: Ein klares Konzept für die Zielgruppe und starke Partner aus der Region. Im Interview verrät sie, welche „Learnings“ andere Händler:innen aus der Aktion mitnehmen können.
„Frau Helm, Sie haben Mamas, Schwangeren, Omas und Tanten am 29. Mai eine exklusive Abendauszeit geboten. Wie war die Resonanz und was war Ihr persönliches Highlight?“
„Es war ein rundum gelungener Abend! Wir passen unsere Late-Night-Aktionen seit Jahren immer auf wechselnde Zielgruppen an – diesmal standen Mütter und eigentlich alle Kinder-Bezugspersonen wie Omas oder Tanten im Fokus. Mein Highlight war die großartige Stimmung: Bei Sekt und Snacks vom Buffet sind unglaublich intensive Gespräche entstanden. Wir alle haben die kleine Pause vom Alltag genossen.“
„Ihr Event lief unter dem Motto „Herr und Frau Mini & Friends“. Sie hatten vier regionale Partner mit eigenen Ständen direkt im Laden. Warum dieser Ansatz?“
„Uns ist es eine Herzensangelegenheit, die lokalen Netzwerke sichtbarer zu machen. Mit der Siegener Gewürzmanufaktur, dem Handmadeshop Fräulein Lottie und unserem Partner Ringana Kosmetik hatten wir eine tolle Vielfalt im Laden – alles gewachsene Partnerschaften, die ich seit Jahren pflege, auch im Hinblick auf mein zweites Geschäft Schuhbidu, das gleich nebenan liegt. Alle haben die Gelegenheit genutzt, sich, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren. Wenn man den Kolleginnen eine gemeinsame Bühne bietet, profitiert jeder von der Reichweite des anderen.“
„Erstmals mussten sich die Kundinnen vorab anmelden, um eine Goodie-Bag zu ergattern. Hat sich diese Herangehensweise bewährt?“
„Absolut, das war ein echter Gamechanger für die Organisation und hat uns vorab eine gute Planungssicherheit gegeben. Aber leer ausgegangen ist natürlich niemand: Auch die Ladys, die spontan reingeschneit sind, haben beim Einkauf eine Überraschungstüte bekommen.“
„Sie haben den Abend auch genutzt, um eigene Services wie Ihre Wunsch-Geschenkkörbe zu präsentieren. Wie funktionieren die?“
„Werdende Eltern legen bei uns vorab im Korb fest, was sie wirklich brauchen. Wer etwas schenken möchte, sucht sich einfach etwas aus und landet garantiert einen Volltreffer ohne Fehlkäufe. Daneben kamen auch unsere Personalisierungen und praktischen Alltagshelfer für Mütter – wie hochwertige Trinkflaschen und robuste Snackteller – super an.
„Hand aufs Herz: Hat sich die Spätschicht finanziell gelohnt oder war es eher reine Imagepflege?“
„Die Umsätze haben gestimmt, aber uns ging es vor allem darum, zu zeigen, was die inhabergeführten Geschäfte in der Siegener Innenstadt zu bieten haben. Der Zusammenhalt im Handel ist heutzutage wichtiger denn je.
Dazu kommt auch der Nachhaltigkeitsgedanke: Unsere qualitativ hochwertigen Produkte sind so langlebig, dass sie später problemlos auf den Second-Hand-Markt gehen können. Das schont Ressourcen und ist das genaue Gegenteil zur kurzlebigen Fast Fashion aus dem Netz, die oft schnell im Müll landet. Meine Partner und ich möchten den Blick wieder für diesen bewussten Kreislauf schärfen und die Werbetrommel für kleine inhabergeführte Läden rühren.“
„Welchen schnellen Rat geben Sie Kolleg:innen, die den Aufwand eines solchen Abends bisher scheuten?“
„Verbündet euch mit anderen Händlerinnen und Händlern! Wenn man die Arbeit und die Werbekanäle teilt, halbiert sich der Aufwand und das Event wird zum echten Erlebnis für die Kunden. Gemeinsam bewegen wir in der Stadt einfach viel mehr, als wenn jeder für sich kämpft.“



